Tischtennis ist weit mehr als nur den Ball über die Platte zu schlagen – es geht um Technik, Strategie und vor allem um Spin! Gerade Anfänger und Freizeitspieler profitieren enorm davon, wenn sie die wichtigsten Schlagtechniken verstehen und gezielt einsetzen. In diesem Artikel erklären wir, was Spin ist und welche Schlagtechniken welchen Effekt erzeugen.
Was ist Spin bzw. Schnitt?
Spin (auch Schnitt genannt) beschreibt die Rotation des Balls. Durch eine bestimmte Schlagtechnik kann man den Ball so anschneiden, dass er sich in eine gewünschte Richtung dreht. Spin beeinflusst die Flugkurve und das Verhalten des Balls nach dem Auftreffen auf der Platte und dem Schläger des Gegners.
Die wichtigsten Spin-Arten sind:
• Oberschnitt (Topspin) (Vorwärtsrotation)
• Unterschnitt (Backspin) (Rückwärtsrotation)
• Seitenschnitt (Sidespin) (Seitliche Rotation)
• Leerer Ball (Kein Spin) (Kaum oder keine Rotation)
Zudem kann Seitenschnitt auch mit Ober- und Unterschnitt kombiniert werden, umvbesonders schwierige Effekte zu erzeugen. Nun schauen wir uns an, welche Schlagtechniken welchen Spin erzeugen und wie sie effektiv eingesetzt werden können.
1. Der Topspin – Angriff mit Vorwärtsrotation
Der Topspin ist eine der wichtigsten Angriffsschlagtechniken im Tischtennis. Hierbei wird der Ball mit einer schnellen Vorwärtsrotation versehen, wodurch er eine gekrümmte Flugbahn bekommt und nach dem Aufprall auf der Platte nach vorne "springt". Durch die gekrümmt Flugkurve senkt sich der Ball auch bei fest geschlagenen Topspins nach unten und landet noch auf der Tischplatte.
Wie wird der Topspin ausgeführt?
• Die Schägerfläche ist leicht nach vorne geneigt.
• Die Bewegung erfolgt von unten nach oben und nach vorne.
• Der Ball wird auf seiner Oberseite "gestreift", um ihm Vorwärtsrotation zu verleihen.
• Der Schlag ist besonders effektiv, um gegnerische Unterschnitt-Bälle zu attackieren.
Wann setzt man den Topspin ein?
• Zum Angreifen, wenn der Gegner passiv spielt oder einen Schupf spielt.
• Beim nachsetzen wenn der Gegner den vorherigen Ball mit einem Block retourniert hat
• Um den Gegner unter Druck zu setzen, da ein Topspin schwerer zu blocken ist als ein normaler Schlag.
2. Der Schupf – Sicherheitsschlag mit Unterschnitt
Der Schupf ist eine kontrollierte, sichere Schlagtechnik, die oft genutzt wird, um den Ball flach zu halten und dem Gegner wenig Angriffsmöglichkeiten zu bieten. Dabei
wird der Ball mit Unterschnitt versehen, wodurch er nach dem Auftreffen auf der Platte verlangsamt wird.
Wie wird der Schupf ausgeführt?
• Der Schäger ist leicht geöffnet (nach hinten geneigt).
• Die Bewegung geht von hinten nach vorne und leicht von oben nach unten
• Der Ball wird auf seiner Unterseite getroffen und geschnitten.
Wann setzt man den Schupf ein?
• In der Defensive, um einen guten gegnerischen Schupf wieder zu zurückzuspielen
• Um ein Unterschnittservice zurückzuspielen.
3. Der Block – Konter auf Angriffe
Der Block ist ein defensiver Schlag, der gegen Topspin-Bälle eingesetzt wird. Er nutzt
die Energie des gegnerischen Schlages und lenkt den Ball gezielt zurück.
Wie wird der Block ausgeführt?
• Die Schlägerhaltung ist leicht nach vorne geneigt. Je mehr Schnitt der gegnerische Topspin hat, desto mehr muss der Schläger nach vorne geneigt werden ("zu gemacht werden")
• Der Ball wird mit wenig eigener Kraft zurückgespielt.
• Der Block kann als "aktiver Block" mit leichtem Drücken oder als "passiver Block" gespielt werden.
Wann setzt man den Block ein?
• Gegen Topspin-Schläge.
• Wenn man sich defensiv orientiert und den gegnerischen Angriffsschlag möglichst sicher auf die Platte bringen möchte.
4. Der Konterball – Kontrollierter Gegenschlag
Der Konterball ist eine einfache, aber effektive Schlagtechnik, die genutzt wird, um gegnerische Angriffsschläge mit gleicher Geschwindigkeit und Platzierung zurückzuspielen.
Wie wird der Konterball ausgeführt?
• Die Schlägerfläche ist nahezu senkrecht oder leicht nach vorne geneigt.
• Die Bewegung erfolgt mit geringer Ausholbewegung nach vorne.
• Der Ball wird mit wenig Spin zurückgespielt.
Wann setzt man den Konterball ein?
• Gegen schlecht gespielten, oder zu hohe gegnerische Topspins
• Um gegnerische Angriffsbälle sicher zurückzuspielen.
5. Der Flip – Angriff auf kurze Bälle
Der Flip ist eine Technik, um kurze Aufschläge oder kurze Schupfbälle direkt zu attackieren. "Kurz" bedeutet, dass der Ball mit langsamer Geschwindigkeit nahe beim Netz auf der Tischplatte auftrifft.
Wie wird der Flip ausgeführt?
• Der Schläger ist leicht nach vorne geneigt.
• Die Bewegung ist kurz, aber explosiv aus dem Handgelenk.
• Der Ball wird am höchsten Punkt mit Vorwärtsrotation getroffen.
Wann setzt man den Flip ein?
• Gegen kurze Aufschläge oder kurze Schupfbälle.
• Wenn der Ball zu kurz kommt, um einen Topspin spielen zu können.
Warum setzt man den Flip ein?
• Um den Gegner unter Druck zu setzen.
• Um sofort in eine offensive Position zu kommen.
Fazit: Die richtige Technik macht den Unterschied!
Ob Angriff oder Verteidigung – jede Schlagtechnik hat ihren Nutzen. Wer lernt, Spin zu verstehen und richtig einzusetzen, wird schnell sicherer und effektiver im Spiel. Für Anfänger und Freizeitspieler lohnt es sich besonders, die Grundlagen von Topspin, Schupf & Co. zu verinnerlichen und gezielt zu üben.
Also: Ran an die Platte und ausprobieren! 🏓